Zahlen & Fakten

Zahlen & Fakten


Seit 2012 steigt die Zahl der Asylsuchenden weltweit stark an. 65 Mio. Menschen sind weltweit auf der Flucht, die höchste Zahl seit Ende des zweiten Weltkrieges. 40,8 Mio Menschen flüchten dabei in die unmittelbaren Nachbarländer. Die Flüchtlinge haben ihr Heimatland in den meisten Fällen nicht freiwillig verlassen und nur ein kleiner Teil von ihnen gelangt nach Deutschland. Da sie in den meisten Fällen nicht legal nach Deutschland einreisen können, bleibt ihnen häufig nur die Flucht mittels Schlepper, entweder über das Mittelmeer oder durch eine Vielzahl von außereuropäischen und europäischen Ländern. Oft dauert die Flucht Monate und mitunter einige Jahre und bringt körperliche und seelische Verletzungen mit sich. Zur Situation in den Herkunftsländern finden Sie hier weitere Informationen.

Ein Bruchteil der Flüchtlinge kommt nach Deutschland. Nachdem im Jahr 2015 ca. 890.000 Menschen nach Deutschland gekommen sind, waren es im Jahr 2016 circa 280.000 Personen, die als  Schutzsuchende nach Deutschland gekommen und registriert worden (Zugänge im EASY-System). Die stark sinkenden Einreisezahlen sind sicherlich auf die Schließung der Balkanroute und den sogenannten „Türkei-Deal“ zurück zu führen. Im ersten Halbjahr 2017 haben 111.616 Personen in Deutschland Asyl beantragt (Quelle BAMF).

Etwas mehr als ein Drittel der Asylantragsteller stammt aus Syrien. Die Verteilung der Asylsuchenden innerhalb Deutschlands erfolgt nach dem Königsteiner Schlüssel. Das Bundesland Hessen muss demzufolge aktuell 7,3 % der Asylsuchenden aufnehmen. Dies geschieht über die Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) in Gießen. Nach der Erstaufnahme werden wiederum 7 % der in Hessen aufgenommenen Asylbewerber nach Frankfurt am Main zugewiesen.

Im Jahr 2015 haben in Hessen circa 75.000 Menschen einen Asylantrag (Erstantrag) gestellt.Diese Zahl hat sich im Jahr 2016 drastisch reduziert. Tatsächlich sind im Jahr 2016 rund 20.500 Menschen nach Hessen gekommen und haben hier ihren Asylantrag gestellt. Für das erste Quartal 2017 sieht die Situation noch einmal anders aus. Von Januar bis März 2017 haben 3.675 Menschen in Hessen einen Asylantrag gestellt.

Anfang April 2017 wurden in Frankfurt knapp 5.200 Kontingentflüchtlinge und Asylbewerber (2/3 männlich, 1/3 weiblich) untergebracht. Davon leben derzeit knapp 1.000 Personen in Notunterkünften*.

Die Hauptherkunftsländer der geflüchteten Menschen sind:

  • Afghanistan
  • Syrien
  • Eritrea
  • Irak
  • Iran

Aktuell (August 2017) werden Frankfurt am Main rund 10 – 15 Menschen in der Woche regulär aus den hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen zugewiesen. Diese geringe Zahl erklärt sich dadurch, dass in 2016 mehr Geflüchtete nach Frankfurt gewiesen wurden, als es der Verteilungsschlüssel vorsieht. Diese temporäre Überbelastung soll aktuell ausgeglichen werden.

*Quelle: Stadt Frankfurt am Main, Dezernat Soziales, Senioren, Jugend und Recht.
Asylsuchende in Frankfurt

Asylsuchende in Frankfurt


Wörterbuch mit dem Begriff AsylIn einer internationalen Stadt wie Frankfurt, in der 180 Nationen zusammenleben und eine Vielzahl von Sprachen gesprochen werden, fallen Asylsuchende und Flüchtlinge häufig nicht auf. Aber es gibt sie in Frankfurt und ihre Zahl hat sich seit 2012 jährlich verdoppelt und in 2015 weit mehr als das. Menschen, die in Frankfurt ankommen, z. B. am Hauptbahnhof oder bei Polizeistellen um Asyl bitten, werden, sofern sie als Erwachsene eingestuft sind, zunächst in die hessische Erstaufnahmeeinrichtung nach Gießen oder deren Außenstellen weitergeschickt (lediglich wenn es sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge handelt, werden diese direkt vom Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt in Obhut genommen). In der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen oder deren Außenstellen werden sie registriert, medizinisch erstversorgt und untergebracht. Die Menschen erhalten einen Ankunftsnachweis und müssen bis zu 6 Monate in der Erstaufnahmeeinrichtung bleiben. Menschen aus sog. sicheren Herkunftsländern müssen bis zum Ende des Asylverfahrens in der Erstaufnahmeeinrichtung bleiben.

Nach Abschluss der Aufnahmemodalitäten werden die Geflüchteten den Kreisen und Kommunen zugewiesen, die rechtlich verpflichtet sind, Übergangsunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Von allen Geflüchteten, die in der hessischen Erstaufnahme untergebracht sind, werden etwa sieben Prozent der Stadt Frankfurt zugewiesen.

Die Geflüchteten erhalten von der Stadt Frankfurt Leistungen zum Lebensunterhalt sowie eine Kleiderbeihilfe und einen Unterkunftsplatz. Darüber hinaus erhalten alle zugewiesenen Menschen, unabhängig von ihrem Herkunftsland, einen Bildungsgutschein für 200 Stunden Deutschunterricht. Diesen können sie bei der Volkshochschule Frankfurt einlösen. Seit Februar 2017 erhalten Asylbewerber/innen aus Herkunftsländern mit guter Bleibeperspektive die Kostenzusicherung (bisher bekannt als Bildungsgutschein 200 Stunden Deutschunterricht bei der VHS) zum niedrigschwelligen Sprachkurs bei der Volkshochschule nicht mehr. Diese Menschen können direkt in den Integrationskurs einsteigen.

Im ganzen Stadtgebiet sind die Asylsuchenden an mehr als 120 Standorten untergebracht. Neben Containeranlagen, leben Asylsuchende vor allem in Wohnheimen für Wohnsitzlose, Wohnungen, in einer Vielzahl von Hotels und Pensionen und in sogenannten Not- und Übergangsunterkünfen. Notunterkünfte sind vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sich die Menschen nicht selbst verpflegen können, sondern von einem extern beauftragten Catering-Unternehmen mit den Mahlzeiten versorgt werden.

Die Adressen der einzelnen Unterkünfte werden nicht öffentlich bekannt gegeben. Dies hat diverse Gründe, dient aber in erster Linie dem Schutz der Bewohner. Wie jeder andere Mensch in Deutschland hat auch ein Asylsuchender das Recht auf Privatsphäre und diese zu gewährleisten ist in Gemeinschaftsunterkünften, aufgrund der Wohnsituation, ohnehin herausfordernd.

Unbegleitete minderjährige Ausländer (umA)

Unbegleitete minderjährige Ausländer (umA)


Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern oder andere Erziehungsberechtigte in einem anderen Land Zuflucht suchen, werden in Fachkreisen seit der aktuellen Gesetzesänderung zum 1. November 2015 als „unbegleitete minderjährige Ausländer“ (umA) bezeichnet. Sie kommen zumeist am Hauptbahnhof an, melden sich direkt bei den Polizeistellen oder beim Jugend- und Sozialamt.

Nicht alle unbegleiteten minderjährigen Ausländer, die hier ankommen, bleiben jedoch in Frankfurt. Denn in Frankfurt befindet sich schon seit 1988 die sogenannte Clearingstelle. Ihr obliegt das sogenannte Clearingverfahren. Es beschreibt die Prozesse, die unmittelbar nach der Einreise eines unbegleiteten minderjährigen Flüchtlings erfolgen. Mit der Gesetzesänderung wird das Clearingverfahren umgestellt auf das sogenannte “Screening”.

Das Ziel des neu eingeführten “Screenings” ist die Klärung der Situation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (Identität, im Zweifelsfall die Festsetzung des Alters sowie die gesundheitliche Versorgung). Im Anschluss an das “Screening-Verfahren” werden die jungen Menschen anderen Kommunen gemäß Schlüssel zugewiesen. Hier werden sie in Obhut genommen, eine Vormund bestellt, es erfolgt die individuelle Hilfeplanung und Perspektiventwicklung.

Jeder zugewiesene unbegleitete Ausländer in Frankfurt wird gemäß den Standards der Jugendhilfe betreut, erhält einen Vormund und hat ein Anrecht auf Schulbesuch. Die steigende Zahl von unbegleiteten minderjährigen Ausländern stellt jedoch aktuell viele Kommunen vor Herausforderungen in der Aufnahme und Unterbringung sowie fachlichen fundierten Betreuung.

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Ausländer, die vom Jugendamt der Stadt Frankfurt in Obhut genommen wurden, war 2015 sehr hoch (4.561). In 2016 haben sich die Zahlen sehr stark nach unten reduziert. Aktuell versorgt die Stadt Frankfurt 480 minderjährige unbegleitete Ausländer, rund 440 davon sind bereits Frankfurt zugewiesen und bleiben dauerhaft in der Stadt (Stand: Mitte April 2017). Die meisten von ihnen stammen aus Afghanistan, Eritrea, Irak und Somalia. 98 % der jungen Menschen sind männlich.

Nicht alle unbegleiteten minderjährigen Ausländer, die in Frankfurt ankommen und erstversorgt werden, bleiben also dauerhaft in Frankfurt. Nach der Erstversorgung werden sie gemäß einem Verteilungsschlüssel auf die bundesweite Landkreise und Kommunen verteilt. Dort werden sie sozialpädagogisch gemäß der Jugendhilfe-Standards betreut und können die Schule besuchen.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier.

Die Hessische Erstaufnahme: Außenstelle Frankfurt

Die Hessische Erstaufnahme: Außenstelle Frankfurt – geschlossen –


Von Dezember 2015 bis September 2016 hat das Land Hessen auf dem 40.000 m² großen ehemaligen Neckermann-Areal in der Hanauer Landstraße in Frankfurt Fechenheim eine Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete betrieben. Bis zu 2.000 Menschen konnten in dem Gebäude aufgenommen werden, darunter Alleinreisende, aber auch Familien mit Kindern. Voll belegt war die Einrichtung jedoch nie.

Da inzwischen weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen, wurde der Standort im Oktober 2016 passiv gestellt. Im März 2017 erfolgte die Aufgabe der Einrichtung. Die hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen sind nun auf 9 Standorte verteilt, u.a. Gießen, Rotenburg, Neustadt, Büdingen und Darmstadt.

Die dazu gehörige Pressemitteilung des hessischen Sozialministeriums finden Sie hier.