Wiederaufnahme des Musiktheaters „Im arabischen Rössl“

Ab dem 15. November läuft im Theater Willy Praml das Musiktheater IM ARABISCHEN RÖSSL (ehemals IM WEISSEN RÖSSL). Mit dieser Wiederaufnahme führt das Theater seine Arbeit mit Geflüchteten und Beheimateten weiter. Diese begann 2016 mit Kleists Erdbeben in Chili und wurde mit Lessings Nathan fortgesetzt und wird nun in ein musikalisches Genre überführt.

Insbesondere Geflüchtete und Betreuer sind zu den Aufführung eingeladen. Geflüchtete mit Hartz 4-Status zahlen nur einen ermäßigten Eintritt von 3 Euro, Frankfurt-Pass-Inhaber 8 Euro. Schüler und Studenten zahlen 10 Euro; Gruppen ab 10 Personen erhalten eine Freikarte.

Die Termine:
15./ 16./ 22./ 23./ 29./ 30.11. jeweils 19:30 Uhr
17./ 24.11. + 01.12. jeweils 18:00 Uhr
Spieldauer: 3h mit Pause

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer

 

Das Theater Willy Praml schreibt zur Wiederaufnahme des Musiktheaters:

1998, als wir im beschaulichen Bad Vilbel das „Weiße Rössl“ inszenierten, schien die Welt noch in seinen Fugen. St. Wolfgang war noch des ewigen Kanzlers Sehnsuchtsort, Religionskriege gehörten ins Mittelalter, die Twin-Towers ragten in den New Yorker Himmel und die Deutschen waren allerhöchstens mit sich selbst beschäftigt.

20 Jahre später greifen wir nach dem Singspiel wie Schiffsbrüchige nach dem Strohhalm im Weltensturm. Was Komisches muss her, glühende Unterhaltung, ein toller Rhythmus, der einen weghebt, drüber hebt über die allgemeine Wetterlage. Fahren wir also doch mal wieder an den Wolfgangsee und schauen, wie herrlich hier noch einen Stein auf dem anderen steht. Naja?!

Zumindest die Steine stehen noch aufeinander. Aber das „Weiße Rössl“ ist fest in arabischer Hand. Es wird noch immer gejodelt und geschuhplattelt – aber welche Gäste stecken da in den Lederhosen? Leopold ist zwar noch immer der patente österreichische Oberkellner, aber die angebetete Wirtin stammt aus Dubai (oder tut wenigstens, ihren Gästen entgegenkommend, so). Die Speisekarte klingt zwar österreichisch, aber der Schweinebraten ist aus! Die Stammgäste sind auch keine Piefkes mehr, sondern lodenfanatische Orientalen und das süße Klärchen heißt jetzt Jamila und ist im Burkini aber ebenso süß wie ehemals im Bikini. Und statt des österreichischen Kaisers kündigt sich die deutsche Kanzlerin zum Schützenfest an und weissagt:

S’ ist einmal im Leben so
Allen geht es ebenso,
Was man möcht` so gern
Liegt so fern.