Gespräch mit Pfarrer Johannes Herrmann, der sich ehrenamtlich im Café Deutschland einbringt.


Herr Herrmann, Sie sind seit einigen Jahren im Ruhestand und engagieren sich an vielen Orten in Frankfurt ehrenamtlich, u. a. bei der Bahnhofsmission. Ein regelmäßiger Wirkungsort für Sie ist aber auch das Café Deutschland, wo Sie von Beginn an dabei waren. Um was genau geht es beim Café Deutschland?

Das „Café Deutschland“ ist ja ein gemeinsames Projekt der evangelischen und katholischen Kirche in Frankfurt. Die Idee für ein niedrigschwelliges Café ist schon entstanden, bevor die vielen Menschen im Herbst 2015 zu uns nach Frankfurt gekommen sind. In erster Linie geht es bei Café Deutschland darum eine Anlaufstelle bzw. einen Ort für Begegnung und Austausch zu schaffen. Hier kommen Nachbarn aus dem Quartier und aus ganz Frankfurt zusammen, ganz gleich welcher Herkunft oder Nationalität sie angehören.

Foto:© Café Deutschland

Wen spricht das Projekt an?
Es ist ja ein Begegnungsort und es kommen vor allem Menschen ins Café, die Interesse an Menschen aus anderen Kulturkreisen haben. Die geflüchteten Menschen schätzen die Cafés sehr, weil es Ihnen Möglichkeiten bietet mit Frankfurtern in Kontakt zu kommen, Deutsch zu sprechen und sich vielleicht auch einen Rat zu holen. Die Atmosphäre ist zwanglos und es gibt Kaffee und Gebäck. Die Begegnung ist sehr herzlich und für manche ein Stück weit Familienersatz. Außerdem bieten die Cafés eine willkommene Abwechslung zu den beengten Räumen in den Unterkünften. Inzwischen kommen viele Stammgäste und Religion spielt im Übrigen keine Rolle.

Wie können sich Ehrenamtliche einbringen?
Café Deutschland findet derzeit an vier Nachmittagen in der Woche an zentralen Orten in der Innenstadt statt. Jedes der vier Cafés hat ein eigenes Café-Team, das aus ehrenamtlichen Mitarbeitern besteht. Die ehrenamtlichen Helfer/innen bereiten den Café-Betrieb, oft auch gemeinsam mit den Geflüchteten, vor, tauschen sich mit den Gästen aus, spielen Spiele und vieles mehr.

Wie profitieren die Geflüchteten, aber auch die Ehrenamtlichen von dem Angebot?
Die Geflüchteten freuen sich, wenn sie Frankfurter kennenlernen und Deutsch üben können. Die Ehrenamtlichen können im Café den Menschen auf Augenhöhe begegnen. Es entstehen nicht nur neue Kontakte sondern auch Freundschaften, das erleben wir immer wieder. Außerdem kann man viel über andere Kulturen lernen und dabei einfach etwas Soziales tun.

Wie können Interessierte Kontakt aufnehmen?
Interessierte können zunächst natürlich einfach an einem der Nachmittage ins Café kommen und sich ein persönliches Bild machen. Sollte eine ehrenamtliche Mitarbeit interessant sein, können sich interessierte Personen auch gern direkt mit Robert Biersack, Ehrenamtskoordinator bei der Caritas Frankfurt , in Verbindung setzen per Email an: robert.biersack@caritas-frankfurt.de. Hier geht es zum Flyer.