Foto: Dr. Eilika Emmerlich

Gespräch mit Dr. Eilika Emmerlich von der ehrenamtlichen Initiative „Begegnung“

Wir kennen und begleiten Frau Emmerlich schon seit Herbst 2015 und nun sitzen wir zusammen bei ihr im heimischen Garten in Rödelheim und sprechen mit ihr über ihr ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingshilfe. Frau Emmerlich, wie ging das bei Ihnen los mit Ihrem Engagement für geflüchtete Menschen?    

Ich habe bereits 2013 ehrenamtlich einer syrischen Familie hier in Rödelheim Deutschunterricht gegeben. Zuvor habe ich mich schon in anderen Bereich engagiert, aber als Germanistin habe ich mir durchaus zugetraut, auch Deutschunterricht zu geben. Im Herbst 2015, als so viele geflüchtete Menschen nach Frankfurt gekommen sind, haben wir dann die Gruppe „Begegnung“ gegründet. Zunächst kamen die ehrenamtlichen Unterstützer/innen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, als dann „Frankfurt hilft!“ gestartet ist, haben wir auch über diese Plattform Ehrenamtliche gewonnen. Ja, und dann haben wir einfach angefangen, haben Unterrichtsräume in Rödelheim organisiert und losgelegt. Heute unterrichten wir Montag bis Freitag 90 Minuten Deutsch und inzwischen auch Mathematik. Um möglichst individuell zu unterrichten, bilden wir jeden Tag 2 – 3 Gruppen und unterrichten im Tandem bzw. Trio. Darüber hinaus machen wir aber noch viel mehr.

Es bleibt also nicht nur beim Unterricht?

Nein, natürlich nicht. Wenn man Integration ernst nimmt, dann ist das mehr als Sprachunterricht. Wir treffen uns auch zum Grillen oder haben jetzt zu Ostern, gemeinsam Ostereier bemalt. Einige der Teilnehmer/innen kommen nun schon seit Herbst 2015 zu uns in den Kurs. Man lernt sich kennen, erfährt mehr über die Menschen und es entstehen auch freundschaftliche Beziehungen. So kommt es dann auch, dass wir bei der Praktikums- oder Ausbildungsplatzsuche unterstützen, auch mal bei behördlichen Angelegenheiten helfen. Wir haben es schon geschafft, Teilnehmer/innen in eine Ausbildung zu vermitteln. Das ist dann natürlich schön und freut uns alle!

Wer kommt zu Ihnen in den Unterricht?

Zunächst kamen geflüchtete Menschen aus einer Rödelheimer Unterkunft, inzwischen hat sich unser Angebot jedoch herum gesprochen und es kommen auch Menschen aus allen Rödelheimer Unterkünften zu uns. Die Teilnehmer/innen kommen aus verschiedenen Ländern, wie Afghanistan, Pakistan, Syrien und Eritrea, Somalia und dem Iran. Es kommen immer wieder auch neue Teilnehmer in die laufenden Kurse, die auch bleiben können. Grundsätzlich schicken wir niemanden weg.

Wer engagiert sich bei Ihnen?

Bei uns engagieren sich Frauen und Männer in ganz unterschiedlichen Lebensphasen – vom 21-jährigen Studenten bis zum über 70-jährigen Pensionär. Wir haben in unserem Team zum Beispiel Lehrkräfte, Germanisten aber auch Wirtschaftswissenschaftler.

Sie suchen noch ehrenamtliche Mitstreiter/innen, z. B.  für den Deutsch- und Mathematikunterricht. Was muss man mitbringen und wie erreicht man Sie am besten?

Wir freuen uns über weitere Unterstützer/innen. Menschen, die sich bei uns engagieren wollen, sollten auf Menschen zugehen und zuhören können, sehr gute Deutschkenntnisse mitbringen und auch gute Grammatik-Kenntnisse haben. Das Thema Grammatik ist uns im Deutschunterricht wichtig.
Interessierte können sich einfach per Email an dreemm@web.de melden. Wir verabreden dann ein persönliches Kennenlerngespräch.